INHALT

Das Matthäus-Evangelium erzählt die Geschichte der Geburt, des Lebens, des Todes und der Auferstehung von Jesus Christus. Pasolinis Film ist nicht anders, überspringt aber die Geburtsgeschichte und andere frühere Abschnitte und konzentriert sich hauptsächlich auf das Leben Jesu als Erwachsener.

Gedreht hat «Das 1. Evangelium - Matthäus» Regisseur Pier Paolo Pasolini - ein bekannter Atheist, Homosexueller und Marxist. Es sorgte deshalb für Erstaunen, dass der kontroverse Filmemacher ausgerechnet einen Bibeltext gewählt hatte. Noch bemerkenswerter jedoch war, dass der Film ausgerechnet auf Einladung des Papstes gedreht wurde. Angesichts von Pasolinis Ruf, mit seinen radikalen Filmen immer für Kontroversen zu sorgen, war es dann auch überraschend, wie eng er sich an den Bibel-Text hielt wie «un-blasphemisch» er an den Stoff heranging.

Pasolinis Herangehensweise an das Thema ist minimalistisch. Vor dem Hintergrund der in Schwarzweiss gehaltenen kärglichen Landschaftaufnahmen, den unspektakulären Kulissen sowie den ärmlichen Kostümen erhält der Text des Evangelisten eine poetische Dichte, die allen bis dahin entstandenen Bibelverfilmungen abgegangen war. Dazu beigetragen hat auch, dass der Musik aus Bachs Matthäuspassion, ein Soundtrack von Luis Bacalov, Spirituals und die Klänge einer kongolesischen Messe beigemischt wurden.

Die Dialoge schliesslich sind schlicht und einfach gehalten, alles wurde direkt aus dem Neuen Testament übernommen. Der grösste Teil des Films besteht sodann aus der leidenschaftlichen Predigt Jesu an seine Anhänger und Zweifler. Für den Regisseur waren diese Lehren die zentrale Geschichte, denn Jesus war für den atheistischen Katholiken Pasolini ein Radikaler, dessen Lehren, nähme man sie ernst, den Werten der meisten menschlichen Gesellschaften seither widersprechen würden.

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Das 1. Evangelium – MatthäusDas 1. Evangelium – MatthäusDas 1. Evangelium – MatthäusDas 1. Evangelium – MatthäusDas 1. Evangelium – Matthäus

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